Vortragsabende - Blickwechsel

Vortragsabende mit Prof. Dr. Siegfried Zimmer

Professor für evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (emeritiert).

Freitag, 8. Februar 2019 um 20 Uhr

Tiefblick: Eine verheißungsvolle Begegnung- wie Jesus in einem Dilemma reagiert: Das Gleichnis von den beiden Schuldnern (Lukas 7,36-51)

Auf den Punkt kommen. Das Wesentliche in Worte fassen. Klare Aussagen treffen. Das sind die Stärken Jesu. Das sind seine Gleichnisse, jene Erzählungen aus der Lebenswelt der damaligen jüdischen Bevölkerung, die Gottes Wesen und Gottes Handeln veranschaulichen. Und trotz ihrer Kürze verbirgt sich in diesen eine meisterhafte und faszinierende Tiefe. Das Gleichnis von den beiden Schuldnern zeigt, wie Menschen von Worten gepackt werden, innehalten, in sich gehen, überdenken, in Frage stellen und vielleicht sogar einen anderen Blick gewinnen. Jesus schafft es mit diesem Gleichnis, dass sich zwei grundverschiedene Menschen auf einer anderen Ebene begegnen und am Ende feststellen, dass sie in wesentlichen Dingen im gleichen Boot sitzen - vielleicht auch eine überraschende Erkenntnis für die Leser von heute?!

Donnerstag, 28. Februar 2019 um 20 Uhr

Durchblick: Die einzige biblische Fabel - von verblüffender gesellschaftlicher Aktualität (Richter 9,8-15)

Der Mensch ist ein Beziehungsmensch und lebt ständig in gleichwertigen sowie hierarchischen Konstellationen. Ob in Politik, Konzernen, Bildungsstätten, Vereinen oder im Elternhaus - ein "Vorgesetzter" bestimmt über das Wohlergehen anderer. Die enorme Verantwortung dahinter zu durchblicken und ernst zu nehmen bedarf an Charakterstärke. Die Fabel, hier in Form eines Gesprächs unter Bäumen, ist mit den Tonangebenden ihrer Zeit nicht auf einer Linie und geht ihnen mächtig an den Kragen. Sie ist nicht nur in der Bibel einzigartig, sondern in der gesamten altorientalischen Literatur, gehört zur Untergrund- und Widerstandsliteratur und skizziert das Profil und die Qualität echter Führungs- und Erziehungspositionen.

Mittwoch, 27. März 2019 um 20 Uhr

Aufblick: Gott und das Leid

Die Frage nach dem unfassbaren Leid der Welt im Angesicht Gottes ist eine der größten Anfragen an das Christentum. Wie kann es sein, dass vor Gottes Augen unschuldige Menschen in jeglicher Form leiden? Kann es einen Allmächtigen eigentlich geben, der das geschehen lässt und kann man an einen Gott glauben, der offensichtlich nicht eingreift? Der Vortrag lädt ein sich der Theodizeefrage zu stellen. Herkömmliche christliche Antworten, die seit jeher das Leid der Welt zu erklären versuchen, werden auf ihren Bestand hin kritisch überprüft und durch die Hiobsgeschichte einige tragfähige und hoffnungsvolle Überlegungen ins Blickfeld gerückt.

Kurzvorstellung: Prof. Dr. theol. Siegfried Zimmer

Er studierte Lehramt (Geschichte, Politik) und evangelische Theologie mit Pfarrdienst in der württembergischen Landeskirche. Er lehrte an der Ev. FH für Soziale Arbeit und Diakonie und zuletzt über 20 Jahre an der PH Ludwigsburg ev. Theologie und Religionspädagogik. Er ist Initiator und Prediger der Gottesdienste "Nachteulen" in Ludwigsburg und "GospelHaus" in Stuttgart, welche monatlich hunderte von Menschen anziehen. Außerdem unterstützt er den Verein Worthaus mit unzähligen Vorträgen im Internet.

Siegfried Zimmer (www.siegfriedzimmer.de) sieht sich selbst als Brückenbauer: Ich möchte einen christlichen Glauben fördern, der zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Dazu gehört die Wertschätzung der Bildung und (theologischen) Wissenschaft, die Berücksichtigung der gesellschaftlichen sowie politischen Verantwortung und die Freiheit zum kritischen Denken. Dies und das uneingeschränkte Vertrauen in Gott bilden keinen Gegensatz, sondern gehören vielmehr zusammen.

"Mit den Christen aus sämtlichen Konfessionen möchte ich mich für die Erneuerung des christlichen Glaubens einsetzten. Mit der Wiedergabe traditioneller Antworten begnüge ich mich nicht, es geht mir um einen neuen und möglichst unverstellten Zugang und Blick zum christlichen Glauben und zur Bibel. Deshalb benutze ich bei meinen Vorträgen eine verständliche Sprache. So sollen meine Vorträge viele Menschen erreichen, ihr Denken herausfordern, vor allem aber ihre Herzen berühren."